Jagdbeute

federnder Kopfkissenkuss
verkrampfte Faust die ihn schlägt
verlassene Wärme
geschnürter Hals
Augenmeer
gestrandet
leer
verstanden - verstossen
den Stoss verstanden
den Verstand verstossen
stossweise verstanden
verständnisvoll verstossen
- vogelfrei -
frei wie ein Vogel fliegen Gedanken
es ist kalt
*
 

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

 

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

 

+

Du Mensch
Du Masse aus
Fleisch und Blut
die auf einem Gerüst von Knochen ruht
in dir brennt eine heisse Glut
Du wirst sterben
Deine Gebeine verderben
die Würmer Dich fressen
wirst vergessen
wirst zu Staub und Dein Grab bedeckt totes Laub
*

0o

o

HoheZeit

nass bis auf die Haut

heut´ Nacht bin ich die Tränenbraut

der Nebel ist mein Schleier

und mein Rouge ist der Mond

mein Kleid ist die Dunkelheit

die Blumen eine Hand voll Nass

die Einsamkeit ist der Priester

und der Wind singt sein Lied

nass bis auf die Haut

heut´ Nacht bin ich die Tränenbraut
O

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Vogel der Sehnsucht

An einem Tag, vor unserer Zeit, lebte ein Mädchen ganz allein.

Sie war schön in ihren Gedanken, tugendhaft in ihrer Art, leuchtend ihre Augen, betörend ihre Anmut.

Doch da sie so allein lebte, vermochte kein gleichgesinnt Wesen zu erkennen, welch Schatz sich in ihr barg.

Und so zog sie durch die Weiten des Landes, auf der Suche nach der Erfüllung ihrer Sehnsucht.

Endlich, erschöpft angelangt am Meer der süssen Tränen, wagt sie verzweifelt den Namen der Liebe gen Morgenrot zu rufen : ABBRACCIAMI !!!!

...........und es geschieht...........

Schreiend fliegt der Vogel der Sehnsucht über den Ozean der Liebe und stürzt sich hinein.

Momente später, in absoluter Stille und Harmonie,

dann weinend,

dann lachend vor Glück,

ein scheinbar neu erschaffenes Wesen der Glückseeligkeit und tiefen Gefühle taucht auf,

breitet beschützend seine Flügel über sie, um sie mit seinen Säften zu nähren.

`Nimm nicht zu viel´, denkt sie, `nimm nur so viel du wirklich brauchst, denn du willst dieses göttliche Wesen nicht erschöpfen,

sondern dich mit ihm an jedem gemeinsamen Atemzug erfreuen !´

Und sie erheben sich in die Lüfte,

in ihren Händen die Blumen der Liebe,

um ihre Samen in alle Winde zu streuen,

auf dass sie sich überall ausbreiten mögen wie eine exotische Schlingpflanze,

die mit ihrer atemberaubenden Schönheit all das Schlechte in der Welt erstickt

*

Trugschluss

(verschlüsselt erschienen)

?

es scheint

als hätt´ ich den Schlüssel verloren

es scheint

dass der graue Tag ihn fand

es scheint

als wollt er ihn behalten

in seinen Zeiten

den kalten

es scheint

die Sonne

als ich schrie nach all dem Flehn

scheinbar

mag der Gräulich derart nicht

scheinbar

vergilbt der sogar im Licht

der Schlüssel auch

damit

durch den Schein

bar am Himmel

grelles Leben platzt aus dem Rauch

Schlüssel

Blumen

auch

tief atmen

aber leise...leise

denn teuflisch sind die Kreise

endlich jene Reise

auf unbestimmte Weise

was bleibt

verschlossen

*

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+

+ + + + + + + + + + + + + + + + + +

.

..........es ist gut !

 


............es fliegen meine Gedanken,

getragen von Schwingen aus Sehnsucht,

Liebe und Hoffnung


............wie ein Wunder ist es,

dass die Flügel mich noch tragen -

hat man dem Vogel doch sein paradiesisches

Gefieder gerupft -

doch auch dieses wird wieder wachsen

............es ist kalt,

der Tag hat mich gequält und endlich -

meine Freundin ist nun bei mir :

die Nacht -

sie hat ihren wärmenden Mantel um meine Schultern

gelegt und reicht mir einen zarten Kuss

 

............ich nehm ihn gern´ und schmecke seine Süsse



...........es tut gut - so vertraut zu sein
...........es stärkt - auch mal schwach zu sein
...........es schwächt - immer stark zu sein

 

...........es ist gut !

 

*

+ + + + + + + + + + + + + + + + + +

 

Stein, für Stein, für Stein.................

 

 

.............so viele blutverschmierte Steine

lagen auf dem Feld, noch vom letzten Versuch,

das Gefängnis vollends einzureissen


.............ich hab´ sie mit meinen Tränen gewaschen

und sorgsam unter der Weide

am Wegesrand aufgestapelt


.............schon wollte das Efeu beginnen,

sie unter seinem saftigen Grün zu verstecken

da kommt eine Dürre über das Land

und alles Leben stirbt


.............nackt liegen sie da, die Steine,

ganz nackt und kalt und ein rauher Wind

bläst Staub in meine Augen


..............so nehm ich wieder Stein,
für Stein, für Stein

und schleppe sie dahin,

wo sie einstmals lagen

 

..............haben die Mauern doch Löcher davon

und das grelle Sonnenlicht

bleicht die satten Farben

der Wände meiner Zuflucht



..............lieber nicht



..............ich muss wieder zurück in mein Versteck

..............muss wieder bei mir sein

..............muss die Löcher wieder schliessen



zu wertvoll für die Sonne

zu zart für den Wind

zu tief für die Ebene



..............Stein, für Stein, für Stein................

 

*

+ + + + + + + + + + + + + + + + + +
+ + + + + + + + + + + + + + + + + +